Lenovo OEM Windows ohne Recovery CD installieren

Ende Januar/Anfang Februar bekam ich meinen IBM/Lenovo X60s und habe natürlich gleich ein „richtiges“ Betriebssystem darauf installiert. Natürlich mit dem Hintergedanken, die XP Lizenz trotzdem zu nutzen, jedoch nur auf einer 10GB Partition am Ende der Platte und ohne den ganzen vorinstallierten Kram.

Dummerweise hat da MS und Lenovo was tolles ausgeheckt um diesen Plan zu vereiteln. (Was jedoch nicht bedeutet, das es unmöglich ist. Im folgenden wird eine Möglichkeit aufgezeigt.)

Update: Martin hat mich darauf hingewiesen, dass man unter der Telefonnummer 0800/2255426 (IBM Deutschland GmbH) die Recovery-CDs kostenlos bestellen kann. Ich selbst hab dies nicht getestet, würde mich aber über weitere Rückmeldungen freuen. Vielen Dank Martin.

1. Der Lizenzkey am Laptopboden ist eigentlich ungültig – zumindest mit normalen XP CDs funktioniert er nicht.
2. Windows ist ans BIOS gekoppelt (wer darüber mehr wissen möchte, suche nach OEMBIOS und Windows)
3. Windows kann nur via Recovery-CD neuinstalliert werden
4. Die Recovery-CD muss selbst gebrannt werden, da sie in einer versteckten Partition auf der Festplatte liegt

Ok, an Punkt 4 scheiterte es, da ich ohne dieses Vorwissen gleich Ubuntu installiert habe – und ohne den Gedanken daran, dass der Lizenzkey nicht mit normalen Installationen funktioniert ist.

Hier nun eine mögliche Lösung, das XP nach eigenem Wunsch neuzuinstallieren – mit dem Key der unten am Laptop klebt.

Ich übernehme natürlich keine Haftung für diese Anleitung – alles geschieht auf eigene Gefahr!

Voraussetzung:

  • anderer Lenovo-PC mit installiertem XP greifbar (LENPC)
  • ein Windows PC mit CD Brenner an dem man arbeiten kann (ARBPC)
  • ein USB CD Laufwerk falls der Lenovo Laptop keines hat
  • ein gültiger Lizenz-Sticker mit Windows Key
  • # nLite zum Erstellen einer neuen Windows CD (Link: http://www.german-nlite.de/)
  • Vorgehen:

  • 1. [ARBPC] Verzeichnis INSTALLCD erstellen
  • 2. [LENPC] Verzeichnis i386 auf der Festplatte suchen (vermutl. unter C:\i386) und ins Verzeichnis INSTALLCD auf dem [ARBPC] kopieren (sollte dann INSTALLCD\i386 heissen, also nicht nur die einzelnen Dateien kopieren)
  • 3. [ARBPC] im Verzeichnis INSTALLCD folgende Text-Dateien erstellen
  • 1. WIN51 [Inhalt: Windows]
  • 2. WIN51IP [Inhalt: Windows]
  • 3. WIN51IP.SP2 [Inhalt: Windows]
  • 4. [ARBPC] nLite aufrufen
  • 1. Sprache auf „Deutsch“ stellen und „Weiter“ klicken
  • 2. „Suchen“ klicken und das Verzeichnis C:\INSTALLCD auswählen, daraufhin sollte eine Windowsinstallationsvariante mit Service Pack 2 entdeckt werden
  • 3. „Weiter“ betätigen. Bei Vorlagen ebenfalls einfach „Weiter“ drücken.
  • 4. Nun nur „Bootfähiges ISO-Image auswählen“ und „Weiter“
  • 5. Jetzt kann man die Install-CD entweder gleich brennen, oder ein „Image erstellen“ (unter Modus zu finden) – den Rest auf Standardwerten belassen
  • 6. zum Komplettieren nun entweder auf „Brennen“ oder „Erstelle ISO“ klicken und warten bis er fertig ist
  • 7. das Programm kann nun geschlossen werden
  • Gratulation, die neue Windows CD sollte sich nun auf dem IBM/Lenovo System installieren lassen und den am Gerät angebrachten Windows Key akzeptieren. Bei mir hat sich dieser Key sogar übers Internet aktivieren lassen.

    Hinweise:

  • Treiber installieren: Da die Treiber der Lenovo/IBM Website im Produktfinder sich nicht installieren liessen (meldete das Laptop nicht die Voraussetzungen erfüllt), wurden diese dann über Thinkvantage System Update (zu finden auf der Lenovo Website unter Support & Downloads) nachinstalliert – eine Liste der installierten Pakete steht am Ende dieses Artikels.
  • Sollte die Windows-CD zwar unter bspw. qemu booten, jedoch beim Rechner Start nach einem kurzen „Hardware wird untersucht…“ schwarz bleiben, hat Windows eventuell Probleme mit der vorhandenen Partitionierung. Bei mir half es, die Partitionstabelle zu löschen (cfdisk -z /dev/sda) und Windows an den Anfang der Platte zu installieren (Wichtig – der Windows Bootloader scheint sonst Probleme zu bekommen) [NICHT VERGESSEN: DER FESTPLATTEN INHALT IST DANACH WEG – ALLES MUSS NEUINSTALLIERT WERDEN – BACKUP ERSTELLEN!]
  • Findet Windows dann keine Platte, kann man im BIOS noch die S-ATA Schnittstelle auf „Compatible“ einstellen, bis Windows installiert ist und man den richtigen Treiber aufgespielt hat
  • Falls nLite beim Einlesen der Windows Dateien ewig hängt bzw. mit der Meldung abbricht, dass irgendwelche Sachen nicht zuende gelesen werden konnten, dann liegen die Installationsdateien vermutlich nicht auf der lokalen Festplatte – bei mir hat es geholfen diese dann einfach auf C: zu verschieben
  • Eventuell braucht man auch nur die OEMBIOS.* Dateien eines Lenovo-PCs und kann den Rest des i386 Verzeichnisses von einer normalen XP CD nehmen – dies ist aber ungetestet
  • Wenn man mit nLite keine Treiber hinzufügt, wird man zumindest den Netzwerktreiber über ein anderes Medium (USB Stick, SD-Card, CD) installieren müssen, da Windows XP SP2 beim X60s fast nichts unterstützt (Treiber gibt es auf der Lenovo Website)
  • Liste der Pakete für das Thinkvantage System Update (müssen teilweise mehrmals installiert werden, bis das Installationssystem diese nach dem Neustart nicht mehr anbietet):

  • Vorweg: für die Soundkarte brauchte ich einen Workaround, da die automatische Installation über das System Update nicht funktionierte
  • Atmel TPM Device
  • Thinkvantage Fingerprint
  • Thinkpad-Konfiguration
  • Thinkpad TrackPoint Driver
  • Intel Wireless LAN
  • Thinkpad Energie-Manager
  • Konfiguration der Hotkey-Funktion für Thinkpad
  • Thinkpad Power Management Driver
  • ThinkVantage System für aktiven Festplattenschutz
  • Workaround für die Soundkarteninstallation:

  • 1. Im System Update das Paket „IBM ThinkPad Audio Features XI for Windows 2000 / XP“ auswählen, jedoch als „Nur Download“ markieren und herunterladen lassen.
  • 2. Ins Verzeichnis „C:\Programme\Lenovo\System Update\session\77a224ww“ wechseln und dort setup.exe aufrufen.
  • 3. Anschliessend die Installation fertig stellen.
  • Fragen, Anregungen, Hinweise… nehme ich natürlich gerne entgegen.

    Viel Erfolg!

    6 Kommentare

    1. Komisch, ich habe keine bekommen….weil mein notebook von 2005 ist, obwohl keine Recovery-CDs dabei waren. Soviel zum Thema für lau von Lenovo!

    2. Ich habe dir gestern bereits auf deinem alten Blog wegen meinem Problem berichtet.
      Also die S-ATA Emulation kann man nicht einstellen. Bisher habe ich die Windows Reparaturinstallation gemacht und ein wenig im Bios rumgespielt. Zuerst dachte ich es liegt am Chipset Treiber, diesen kann man ja als einzigen im Abgesicherten Modus installieren, doch das Problem blieb bestehen. Ein bootlog-File erstellt er mir auch nicht da er wahrscheinlich vorher auf die Fresse fliegt.

    3. Ok, da hilft auch nur noch ins Blaue tippen. Zuerst würde ich mal den automatischen Restart beim Auftreten eines Bluescreens deaktivieren, damit man den auch Lesen kann (falls einer kommt). Siehe dazu: Edit Windows Registry from Linux. Falls da dann eine Meldung kommt die besagt „0×0000007B INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE“, dann wäre noch dieser Eintrag hilfreich: Windows Bluescreen: 0×0000007B INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE. Aber schau erstmal ob du Windows zu einem Bluescreen-Standbild verhelfen kannst, vielleicht kommst du dem Problem dann auf die Schliche.

    4. Leider kommt nichtmal 0.00001 millisekunden lang ein Bluescreen :/. Wenn die tolle IBM Schweiz GmbH endlich meinen Anruf annehmen würden könnte ich ja auch die Recovery CD anfordern.

      Ich glaube aber ich habe den Fehler gefunden, irgendwie scheint es am S-ATA Treiber zu liegen…

    5. @Egli
      Ich hoffe die haben sich gemeldet und konnten dir helfen. Bei meinem X60s betreibe ich den S-ATA Controller auch nur im Legacy Modus, was die Installation von Windows sehr vereinfacht hat.

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